Das „Energie und Reparatur Café“ der Josefstadt geht in die Sommerpause. Doch Initiator Heinz Tschürtz möchte vorab einen Dank an alle Besucherinnen und Besucher aussprechen.

Über der Stadt liegt der Sommer. Mit allem, was dazugehört: lange Tage, Ferien oder Urlaub und jede Menge Sonne. Die andauernde Hitze ist bei vielen ein Thema, doch kaum jemand denkt daran, dass die Energie der Sonne auch sinnvoll genutzt werden kann: durch Solarthermie und Photovoltaik.

Darunter versteht man die Umwandlung von Sonnenergie in – für den Alltag nutzbare – thermische Energie bzw. Strom. Erneuerbar, nachhaltig, emissionsfrei. Saubere Energie also. Denn die Sonne strahlt ohnehin täglich auf die Erde, die Energie muss lediglich „eingefangen“ werden. Und da kommen Solarthermiekollektoren oder kurz Sonnenkollektoren ins Spiel, die überall dort angebracht werden können, wo viel Sonne einstrahlt. Wie beispielsweise auf Dächern. In Wien wären 55% aller Dachflächen für Solarthermie geeignet. Das entspricht einer Fläche von 29 km2 –  ein enormes Potenzial, das momentan noch nicht annähernd ausgeschöpft wird, so Eva Dvorak in Energie voraus! – Energiebericht der Stadt Wien.

Die Stadt Wien setzt in Punkto Solarenergie-Anlagen einen Schritt in die richtige Richtung. Der Trend zeigt, dass sich über alle Bezirke der Landeshauptstadt verteilt die Anzahl geförderter Sonnenkollektoren von 2005 bis 2013 vervierfacht hat. Allen voran ist Wien Donaustadt mit einer Nutzung von knapp 7000 m2 für Solarthermie.

Von der Sonne sollten wir eines lernen: Wenn sie kommt, dann strahlt sie.“ (Verfasser unbekannt) – Und wenn wir geschickt sind, spendet sie uns dabei auch noch wertvolle Energie.

 

Selbst Hand anlegen, mitreden, gemeinsam tun, Neues lernen

Die Gründung des energie & reparatur cafés setzt ein Zeichen für den bewussten Umgang mit unseren Ressourcen. 2013 gründete ich das energie & reparatur café, weil es mir nicht genügte, nur Thermen zu reparieren. Ich wollte den Menschen helfen, Haushaltsgegenstände, wie Elektrogeräte, Kleinmöbel oder Textilien selbst zu reparieren. Wir sind ein immer noch wachsender Zusammenschluss aus ehrenamtlichen ReparateurInnen, die dir helfen, dein Leben nachhaltiger zu gestalten.

Ziel des Projekts

Unser Ziel ist es, den Menschen mit einfachen Mitteln zu zeigen, dass es gar nicht so schwer ist, nachhaltiger zu leben. Daher decken wir alles ab, von der Reparatur von Alltagsgegenständen bis hin zur Energieberatung. Wir möchten den Menschen die Möglichkeit bieten, sich auszutauschen, beraten zu lassen und zu vernetzen.

Dafür schaffen wir einen kostenfreien Ort, an dem du lernen kannst, die Dinge selbst zu reparieren. Dabei stehen dir unsere ReparaturexpertInnen sowie Energieberater jederzeit zur Seite. Wir bieten dir eine Plattform, die dich mit gleichgesinnten Menschen, Initiativen und Betrieben vernetzt.

Ergebnis des Projekts

… unzählige reparierte Dinge und viele glückliche Menschen! Bei unseren zahlreichen Veranstaltungen haben wir schon viele Dinge repariert: Vom Staubsauger zum Regenbogenprojektor über die Lieblingshose bis hin zum Laptop war schon alles dabei. Am meisten freuen wir uns, wenn sich die Menschen über ihre reparierten Sachen freuen. Zudem halten wir Workshops zum Thema Energie und Nachhaltigkeit ab, zu denen wir auch immer wieder gerne andere Initiativen und Organisationen einladen.

Unsere Veranstaltungen

Lange Zeit haben wir mit viel Freude Veranstaltungen organisiert, die zum gemeinsamen Reparieren einladen. Mittlerweile konzentrieren wir uns jedoch auf die Unterstützung weiterer Nachhaltigkeitsinitiativen und die Vernetzung dieser.

Wenn ihr euch für die weitere Entwicklung des energie & reparatur cafés interessiert, schaut gerne einmal auf unserer Facebookseite vorbei!

Die Anfänge des energie & reparatur café

Wusstest du, dass die Wienerinnen und Wiener im Jahr 2011 53% ihres Endenergieverbrauchs für die Wärmenutzung verwendeten? Also mehr als die Hälfte der benötigten Energie nur fürs Wärmen!

Der sogenannte Wärmeverbrauch setzt sich hierbei zusammen aus der Raumheizung, Warmwasser, sowie der Energie, die zum Kochen benötigt wird. Dies entspricht in Summe 20.166 GWh. Davon entfallen 42% auf Gas, 33% auf Fernwärme, 15% auf Elektrische Energie und nur 4% auf Erneuerbare Energieträger, wie Solarenergie, Biomasse oder Wasserkraft.

75% ihres Wärmeverbrauchs verwenden die WienerInnen hierbei für das Heizen. Nur 25% entfallen demnach auf Warmwasser und der Energie, die zum Kochen benötigt wird. Daraus ergibt sich ein großes Potential, Energie und damit bares Geld einzusparen. Gut für die Umwelt, gut fürs Geldbörserl.

Quelle: Haas, Reinhard Univ. Prof. Dr. et al (2013): Daten 2011 für die Stadt Wien. Wien: Magistratsabteilung 20 Energieplanung